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: Mitbestimmte Unternehmen in Deutschland

Zum 31.12.2016 waren nach längerer Zeit erstmals wieder mehr Unternehmen mitbestimmt als im Vorjahr. In 641 Unternehmen gab es paritätisch besetzte Aufsichtsräte, im Jahr zuvor war dies in 635 Unternehmen der Fall.

Grafik zu den aktuellen Zahlen zum 31.12.2016 und der Vergleich zum Vorjahr unterschieden nach Rechtsformen:

Im 40. Jahr des 76er-Mitbestimmungsgesetzes waren nach längerer Zeit erstmals wieder mehr Unternehmen mitbestimmt als im Vorjahr. In 641 Unternehmen in Deutschland gab es paritätisch besetzte Aufsichtsräte, im Jahr zuvor war dies in 635 Unternehmen der Fall.

In der Zusammensetzung der Unternehmen gab es viele Veränderungen. So gibt es in drei Aktiengesellschaften und 20 GmbHs erstmals paritätische Mitbestimmung im Aufsichtsrat. Ein bekannter „Neuzugang“ mit Parität ist die Thalia Bücher GmbH.

Umgekehrt haben einige Unternehmen jetzt weniger als 2000 Arbeitnehmer und liegen damit unter der Schwelle, die für die Anwendung des MitbestG 76 maßgeblich ist. Hier ist das Tochterunternehmen der Lufthansa Germanwings GmbH ein prominentes Beispiel. Nachdem dieses Unternehmen erst 2014 mit über 2000 Arbeitnehmern in den Kreis der paritätisch mitbestimmten Unternehmen aufgerückt war, gilt seit Ende 2016 dort wieder das Drittelbeteiligungsgesetz.

Grafik zur Entwicklung der Anzahl der mitbestimmten Unternehmen seit 1981:

Die Zahl der mitbestimmten GmbH wächst stetig an, während es immer weniger mitbestimmte AG gibt. Diese Entwicklung setzt sich nun schon seit über 20 Jahren fort. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft hat insgesamt an Attraktivität in Deutschland verloren. Dies hat aber nicht zu einem Zuwachs bei der SE geführt. Gerade mal zwei Unternehmen, die Innogy SE und die Uniper SE, wandelten sich im vergangenen Jahr in eine SE um. Neuer Beliebtheit erfreut sich die Einbindung der SE als persönlich haftender Komplementär  in die KGaA (SE & Co KGaA). Diese Rechtsform nutzten im letzten Jahr zwei Unternehmen mehr als im Vorjahr.

Grafik zur Entwicklung der Anzahl der mitbestimmten Unternehmen seit 1977 in fünfjährigen Intervallen und nach Rechtsformen unterschieden:

Die Zahl der paritätisch mitbestimmten Unternehmen (MitbestG 76) wird seit 1981 jährlich von der Hans-Böckler-Stiftung erhoben. Ende 1985 gab es mit 476 Unternehmen den niedrigsten Stand. 1992 kamen erstmals 102 Unternehmen aus Ostdeutschland hinzu und ließen damit die Zahl auf über 700 Unternehmen ansteigen.

2002 gab es mit 767 die meisten mitbestimmten Unternehmen. Seitdem ging die Zahl leicht, aber kontinuierlich zurück. Zum 31.12.2015 waren 635 Unternehmen mitbestimmt. Zum 31.12.2016 ist erstmals seit 13 Jahren mit 641 Unternehmen wieder ein leichtes Plus zu verzeichnen.

Grafik zur Größe der Gremien und der Vergleich zum Vorjahr:

Hinsichtlich der Größe der Aufsichtsräte gibt es nur geringfügige Änderungen. Die meisten mitbestimmten Aufsichtsratsgremien bestanden aus 12 Personen, dies traf 2016 auf 415 Unternehmen zu und damit auf 65 Prozent aller mitbestimmten Unternehmen. Das Verhältnis der Größenklassen zueinander ist seit Jahren nahezu unverändert.

Seit Jahren wird von ca. 40 % der Unternehmen mit 20er-Aufsichtsrat diese Größe freiwillig gewählt. Die Vorschriften des MitbestG 76 würden hier auch kleinere Gremien erlauben. Insbesondere bei kommunalen Unternehmen wird auf Wunsch der Anteilseignerseite oft ein größeres Gremium gebildet.

Neu ist, dass ein paar Unternehmen übergangsweise größere Gremien gebildet haben, um die so genannte „Frauenquote“ erfüllen zu können, ohne dafür Mandatsinhaber dafür aus dem Gremium zu entfernen.

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