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Report

: I.M.U. Aufsichtsrätebefragung 2021/2022

Im Rahmen der zweiten I. M. U.-Aufsichtsrätebefragung wurden Arbeitnehmervertreter*innen aus den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen zu den Themenfeldern Unternehmens- und Personalstrategie befragt. Insgesamt beteiligten sich 357 Personen aus 308 Unternehmen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Arbeitnehmerseite in der Mehrheit der befragten Unternehmen zufrieden mit der Informationslage zum Strategieprozess im Aufsichtsrat ist und diesen in der Mehrheit der Unternehmen wesentlich mitgestalten kann.
Die stärkste Einbindung des mitbestimmten Aufsichtsrats erfolgt auf Ebene der Strategieumsetzung und deren Kontrolle sowie im Rahmen der Definition strategischer Ziele. Inhaltlich erweisen sich die Auswirkungen des technologischen Wandels und der Digitalisierung als wesentliche Treiber zur Einbeziehung strategischer Fragen in die Aufsichtsratsdebatten.
Mit Blick auf das strategische Kernthema Personalmanagement zeigen sich jedoch in der Mehrheit der Unternehmen Defizite. So misst nur ein geringer Anteil der Befragten den Personalmanagementsystemen ihrer Unternehmen einen hohen Reifegrad bei.
Diese Schwachstellen korrelieren eng mit der Feststellung einer Vielzahl der befragten Aufsichtsräte, dass auch das unternehmerische Risikomanagement ihrer Unternehmen einen eher schwachen Reifegrad aufweist. Im Gegenzug zeigt sich jedoch auch, dass gerade ein stärkerer Einfluss der Arbeitnehmerseite auf den Strategieprozess und die Einbeziehung von Personalrisiken in das Risikomanagement zu einer Stärkung dieses Überwachungssystems führen könnte.
Die Ergebnisse unterstreichen den betriebswirtschaftlichen Nutzen, der sich ergibt, wenn Arbeitnehmervertreter*innen sich aktiv in Fragen der Unternehmensstrategie und insbesondere als interne Experten in das Thema Personalstrategie einbringen.

Quelle

Campagna, Sebastian; Giertz, Jan-Paul; Sekanina, Alexander (2026): I.M.U. Aufsichtsrätebefragung 2021/2022
Mitbestimmungsreport Nr. 87, Düsseldorf, 15 Seiten

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