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Report

: Ökonomische Effekte der Unternehmensmitbestimmung - eine Literaturstudie

Der vorliegende Report untersucht systematisch, welche wirtschaftlichen Effekte die Unternehmensmitbestimmung hat. Grundlage ist ein zweistufiges Rechercheverfahren, aus dem nach Bereinigung 384 wissenschaftliche Publikationen mit Schwerpunkt auf der Unternehmensmitbestimmung resultieren.
Aus diesem Fundus wurden 63 quantitative Studien identifiziert, die die Effekte der Unternehmensmitbestimmung berechnen. Diese Forschung ist international geprägt: 40 % (25) der Studien stammen von Autor*innen an ausländischen Einrichtungen (vor allem USA), 68 % (43) sind englischsprachig. Der wissenschaftliche Diskurs wird zu über 80 % von Ökonom*innen bestimmt, interdisziplinäre Arbeiten sind selten.
Die quantitative Forschung konzentriert sich auf die paritätische Mitbestimmung: 86 % (54) der Arbeiten untersuchen die paritätische Mitbestimmung, 75 % (47) die Drittelbeteiligung und 13 % (8) die Montanmitbestimmung.
Insgesamt kommen 33% (21) der Studien zu positiven Effekten der Unternehmensmitbestimmung, weitere 33% (21) berechnen weder positive noch negativen Effekte (neutral), 14% (9) positive und negative Effekte und 19% (12) kalkulieren negative Effekte. Nur knapp ein Fünftel der Studien kommt demnach zum Ergebnis, dass die Unternehmensmitbestimmung negative Wirkungen hat, wobei das vor allem für die Kapitalmarktbewertung gilt. Hinsichtlich Innovationen, Investitionen und wirtschaftliche Leistungs- bzw. Erfolgskennzahlen, wie Produktivität, Rentabilität und Profitabilität, kommt die Forschung zum Schluss, dass es mehrheitlich positive oder zumindest neutrale Effekte der Mitbestimmung gibt.

Quelle

Scholz, Robert; Armeli, Navid (2026): Ökonomische Effekte der Unternehmensmitbestimmung - eine Literaturstudie
Mitbestimmungsreport Nr. 88, Düsseldorf, 40 Seiten

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