Projektbeschreibung
Kontext
Die Diskussion zur Zukunft der Arbeit wird heute vor allem durch einen technologischen Imperativ dominiert, der sich auf das allumfassende Funktionsspektrum sowie die grenzenlose Verbreitung von KI konzentriert. Danach werden digitale Innovationen bzw. KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Mistral sowie die dazugehörigen digitalen Plattformen die Arbeitswelt durch eine exponentiell steigende Automatisierung fundamental transformieren. Die Treiber dieser Entwicklungen sind vor allem die US-amerikanischen Tech-Konzerne. Gleichsam werden diese Konzerne und damit verbunden ihre KI-Modelle und technische Entwicklungen mit einer libertär geprägten Weltsicht verbunden, welche die Idee von freien Märkten und Autonomie zu maximieren versucht und damit im Widerspruch zum Modell einer sozialen und auf Mitbestimmung beruhenden Marktwirtschaft steht. Aus diesem Spannungsverhältnis heraus ist eine kontrovers geführte öffentliche Diskussion zu KI und der Zukunft der Arbeit entstanden.
Fragestellung
Dieses Projekt bearbeitet die Frage, welche Narrative die Debatte zur Zukunft der Arbeit bestimmen, wer diese prägt und wie sich diese im Zeitverlauf verändern. Wir untersuchen zunächst aus einer kritischen Perspektive die Entwicklung der Narrative zu „KI und Zukunft der Arbeit“ vergleichend in Deutschland und den USA mithilfe eines Machine-Learning-Topic-Modeling-Ansatzes. Anschließend fokussieren wir empirisch auf die Perspektive von Arbeitenden sowohl als Adressat*innen von Narrativen, als auch in ihrer aktiven Rolle als entscheidende Gestalter*innen der Zukunft der Arbeit. Insgesamt kombinieren wir dabei Daten aus dem öffentlichen Diskurs mit Fokusgruppen- und Interviewdaten. Ziel des Forschungsprojekts ist es zu verstehen, welche Akteure welche Narrative protegieren und dominieren und wie Beschäftigte und ihre Interessenvertretungen den Aushandlungsprozess zu KI und Arbeit in ihrem Sinne prägen können.
Untersuchungsmethoden
Ziel des Forschungsprojekts ist es, den Diskurs und die Narrative zur Zukunft der Arbeit vergleichend in Deutschland und den USA zu analysieren, dominante Erzählungen zu identifizieren und zu verstehen, welche Akteure diese beeinflussen. Die Methoden des Forschungsvorhabens kombinieren dabei einen Multi-Method- mit einem Multi-Data-Ansatz. Erstens kombinieren wir einen Maschine-Learning-Topic-Modeling-Ansatz mit klassischen qualitativen Analyseverfahren, um die Narrative zu „KI und Zukunft der Arbeit“ in ihrer Komplexität zu erfassen und sie spezifischen Akteurskonstellationen zuzuordnen. Zweitens kombinieren wir große Datenmengen aus dem öffentlichen Diskurs mit akteursspezifischen Quellen wie Interviews und Fokusgruppen.