Forschungsprojekt: Kostengerechtigkeit im Spannungsfeld von bezahlbarem Wohnen, Energie- und Mobilitätsarmut

Projektziel

Das Projekt WoEnMo erforscht, wie Wohn-, Energie- und Mobilitätskosten zusammenspielen, Haushalte belasten und soziale Ungleichheit hervorbringen. Es analysiert regionale Unterschiede, Bewältigungsstrategien und Auswirkungen auf Teilhabe. Ziel ist es, Grundlagen und Empfehlungen für eine gerechte sozial-ökologische Transformation bereitzustellen und ein regelmäßiges Monitoring zu konzipieren.

Projektbeschreibung

Kontext

Bezahlbares Wohnen, Heizen und Mobilität sind Grundvoraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe. In Deutschland steigen die Kosten in diesen Bereichen seit Jahren, die Einkommen weit weniger. Besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen sind betroffen. Die Einzelbetrachtung von Miet-, Energie- oder Mobilitätskosten greift zu kurz – ihr Zusammenspiel ist entscheidend, denn die Wohnstandortwahl entscheidet über die Ausgabenstruktur: günstiger Wohnraum ist oft mit hohen Mobilitäts- oder Energiekosten verbunden, energetische Sanierungen treiben oft die Wohnkosten weiter in die Höhe. Haushalte reagieren mit Einsparungen bei Gesundheit oder Ernährung. Die Forschung hat bisher kaum integrativ auf diese Kostenbelastungen geschaut. WoEnMo schließt diese Lücke und untersucht, wie Wohn-, Energie- und Mobilitätskosten gemeinsam wirken, welche sozialen Folgen sie haben und wie politische Maßnahmen wirksam ineinandergreifen können, um einen Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation zu leisten.

Fragestellung

Das Projekt WoEnMo untersucht die Kostenbelastung privater Haushalte in den Bereichen Wohnen, Energie und Mobilität. Es fragt:

(1) Welche tatsächlichen Kosten haben Haushalte in den Bereichen Wohnen, Energie und Mobilität zu tragen?

(2) In welcher Wechselbeziehung stehen Wohn-, Energie- und Mobilitätskosten in verschiedenen Siedlungsstrukturen und Gebäudetypen?

(3) Welche Bewältigungsstrategien und individuellen Konsequenzen lassen sich unter privaten Haushalten in Deutschland identifizieren?

(4) Welchen Einfluss haben die Wechselwirkungen zwischen den drei Kostenarten und die Bewältigungsstrategien der Haushalte auf die gesellschaftliche Teilhabe und Integration?

(5) Welche (sozial-)politischen Handlungsempfehlungen lassen sich aus den empirischen Forschungsergebnissen ableiten?

(6) Wie kann ein Monitoring der Situation von Privathaushalten im Hinblick auf das Wechselspiel der drei Kostenarten aussehen, um das politische Handeln dauerhaft mit empirischer Evidenz zu informieren?

Untersuchungsmethoden

Der methodische Ansatz des Projekts WoEnMo basiert auf einem Mixed-Method-Design. Zunächst werden persönliche, standardisierte Haushaltsbefragungen vor Ort durchgeführt, um valide Daten zu Wohn-, Energie- und Mobilitätskosten sowie deren Wechselwirkungen zu erheben. Diese werden deskriptiv, multivariat und mittels Clusteranalysen ausgewertet. Darauf aufbauend erfolgen leitfadengestützte Interviews mit Haushalten verschiedener Belastungstypen, um subjektive Wahrnehmungen, Bewältigungsstrategien und gesellschaftliche Folgen zu erfassen. Ergänzend werden die Primärdaten mit Sekundärdaten (z. B. Mikrozensus, SOEP, EU-SILC) verbunden. Ziel ist ein Monitoringkonzept, das regelmäßig, kosteneffizient und evidenzbasiert politische Entscheidungen unterstützt. Dabei werden Haushaltstypen als verbindendes Analysemerkmal genutzt. Das Projekt folgt den Prinzipien von Open Science und erstellt vorab einen Forschungsdatenmanagementplan.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Dr. Carolin Martin
Hans-Böckler-Stiftung
nstitut für Makroökonomie und Konjunkturforschung

Jenny Kunhardt
Fachhochschule Erfurt
Forschungskollektiv Peripherie und Zentrum

Prof. Dr. Katrin Großmann
Fachhochschule Erfurt
Professur für Stadt- und Raumsoziologie

Prof. Dr. Robert Nadler
Hochschule Harz Hochschule für angewandte Wissenschaften
FB Verwaltungswissenschaften

Bearbeitung

Johannes Glöckner
Fachhochschule Erfurt
Forschungskollektiv Peripherie und Zentrum

Kontakt

Dr. Eike Windscheid-Profeta
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung