Forschungsprojekt: Betrieb als sozialer Ort

Nebenfolgen des auf Dauer gestellten hybriden Arbeitens

Projektziel

Das Projekt erforscht in zwei Unternehmen (vier Fallstudien) die langfristigen (Neben-)Folgen hybriden Arbeitens und sucht nach Möglichkeiten, die Arbeitsorganisation im Bereich von Büroarbeit zukunftsfähig aufzustellen, indem die veränderten Arbeitsansprüche von Angestellten mit den betrieblichen Interessen in eine Balance gebracht werden.

Projektbeschreibung

Kontext

Hybrides Arbeiten gehört heute zur Normalität. Insbesondere (hoch-)qualifizierte Angestellte arbeiten heute wesentlich häufiger (auch) im Homeoffice als in der Vergangenheit. Dass die neue Normalität vor allem aus der pandemischen Not geboren wurde und nur selten in veränderten Führungs- und Arbeitskulturen verankert ist, zeigt sich an den Konflikten, in denen in vielen Betrieben um die Ausgestaltung des hybriden Arbeitens gestritten wird.

Im Mittelpunkt der aktuellen Diskussionen stehen mögliche langfristige Nebenfolgen des auf Dauer gestellten hybriden Arbeitens, die – wenn sie nicht bearbeitet werden – den Betrieb als sozialen Ort aushöhlen können. Gleichzeitig haben sich nicht zuletzt durch die Pandemieerfahrungen auch die Ansprüche von Angestellten an ihre Arbeit geändert. In vielen Betrieben fordert das Management, dass Angestellte wieder (mehr) ins Büro zurückkehren sollen, während die Angestellten die neu gewonnene Autonomie im (teil-)hybriden Arbeiten verteidigen.

Fragestellung

Das Vorhaben möchte drei aufeinander aufbauende Fragen beantworten:

1. Subjektive Ansprüche an hybrides Arbeiten: Wie schauen die verschiedenen Akteure auf das hybride Arbeiten? Welche subjektiven Ansprüche formulieren Mitarbeitende, Führungskräfte und Interessenvertretungen? Und zeigen sich hier Unterschiede zwischen verschiedenen Berufsgruppen?

2. Nebenfolgen des hybriden Arbeitens: Welche Nebenfolgen hat das auf Dauer gestellte hybride Arbeiten auf den Betrieb als sozialen Ort? Wie wirkt sich hybrides Arbeiten auf die Interaktionen – Begegnungen, Kommunikation und Zusammenarbeit – innerhalb von und zwischen Teams aus?

3. Gestaltung des hybriden Arbeitens: Wie können in der neuen von hybridem Arbeiten geprägten betrieblichen Realität ein offener und kreativer Wissensaustausch auch über Teamgrenzen hinweg, schnelle und unbürokratische Informationsflüsse jenseits der Hierarchien sowie die Integration und Einarbeitung neuer Mitarbeitenden gewährleistet werden?

Untersuchungsmethoden

Das Vorhaben nutzt einen Methodenmix, der bedarfsorientiert qualitative und quantitative Methoden der Arbeitsforschung (Interviews, Workshops, Arbeitsplatzbeobachtungen und Surveys) einsetzt.

(1) Im ersten Schritt wird in einer Bestandsaufnahme die Praxis des hybriden Arbeitens im Betrieb (inkl. der formalen Regelungen und Vereinbarungen) aus der Perspektive der verschiedenen Akteure (Management, Führungskräfte, „alte“ und „neue“ Beschäftigte verschiedener Abteilungen und Interessenvertretungen) aufgenommen.

(2) Im zweiten Schritt werden die betrieblichen Maßnahmen zur Steigerung der Integrationskraft und der Verbesserung der Kommunikation im hybriden Arbeiten mit ihren nicht-intendierten Nebenfolgen analysiert. Gemeinsam mit den Unternehmenspartnern wird dann entschieden, ob zusätzlich quantitative Methoden zum Einsatz kommen.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Prof. Dr. Hajo Holst
Universität Osnabrück Institut für Sozialwissenschaften

Bearbeitung

Laura Bremert
IMU Institut GmbH

Bettina Seibold
IMU Institut GmbH

Ingo Singe
Universität Osnabrück Fachbereich1: Kultur - und Sozialwissenschaften


Universität Osnabrück Institut für Sozialwissenschaften

Kooperationspartner

Julia Dettlinger
IG Metall IG Metall Baden-Württemberg

Maximilian Locher
IG Metall IG Metall Baden-Württemberg
Team Transformation

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung