Projektbeschreibung
Kontext
Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Der Wandel vom Verbrennungsmotor hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen und Hybriden verändert die industrielle Wertschöpfung grundlegend. Bei batterieelektrischen Pkw entfällt ein erheblicher Teil der Wertschöpfung auf die Batteriezellproduktion, die bislang stark in Asien konzentriert ist. Gleichzeitig verändern Digitalisierung wie Software Defined Vehicles und KI-Anwendungen die Bedeutung einzelner Fahrzeugkomponenten und Wirtschaftsbereiche. Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen – von Energiepreisen bis hin zu möglichen Local-Content-Vorgaben – können erheblichen Einfluss darauf haben, wo Wertschöpfung entsteht und welche Beschäftigung damit verbunden ist. Die Studie ordnet diese Entwicklungen ein und schafft eine Grundlage für die Bewertung künftiger Beschäftigungseffekte.
Fragestellung
Im Zentrum steht die Frage, welche Beschäftigung aktuell und künftig mit der Produktion von Automobilen in Deutschland verbunden ist. Untersucht wird, wie sich die Gesamtzahl der Beschäftigten sowie deren Verteilung auf Wirtschaftsbereiche, Berufe und Qualifikationsniveaus durch veränderte Marktanteile von Verbrennern, batterieelektrischen Fahrzeugen und Hybriden sowie durch den allgemeinen Trend zu stärkerer Digitalisierung verändern. Darüber hinaus analysiert die Studie, wie Marktszenarien – etwa dauerhaft erhöhte Energiepreise oder eine über den Basistrend hinausgehende Digitalisierung – sowie politische Rahmenbedingungen wie stärkere Local-Content-Vorgaben im Rahmen des IAA und Dekarbonisierungspolitik im Rahmen des Green New Deals die Beschäftigung in der deutschen Automobilproduktion beeinflussen können und wie heimische Wertschöpfung gestärkt werden kann.
Untersuchungsmethoden
Die Studie kombiniert Literaturrecherche, Szenarienbildung und modellbasierte Beschäftigungsabschätzung. Zunächst werden Marktszenarien zur künftigen Pkw-Nachfrage in Europa nach Antriebstechnologien entwickelt. Anschließend werden Fahrzeuge je Antriebstyp in zentrale Komponenten zerlegt und den relevanten Wirtschaftsbereichen zugeordnet. Die ermittelte Wertschöpfung wird mithilfe des WifOR-eigenen Arbeitsmarktmodells in Beschäftigung in Wirtschaftsbereichen übersetzt, unter Berücksichtigung von Produktivitätsentwicklungen. Ergänzend wird die Beschäftigtenstruktur nach Anforderungsniveau und Berufshauptgruppen ausgewertet.